|
|
GRAFFITI PUZZLE
eine Graffitiwand, die aus untereinander verschiebbaren Kuben besteht. (Analog zum
puzzle, bei dem ein Feld frei ist und ein Bild in die richtige Reihenfolge gebracht wird)
Nach jedem Graffiti Sprühvorgang, wird das Puzzle verschoben. Dadurch gibt es unzählige
Möglichkeiten das Puzzle aufzulösen, jedoch keine vollständige
Auf jedes Problem gibt es eine einfache aber falsche Lösung.
Seit unserer Kindheit wurden wir durch Spiele, insbesondere Puzzles, darauf
geprägt, nach „der Lösung“ zu suchen. Die Suche nach einer Lösung, nach dem perfekten Zustand, dem
Paradies ohne Widersprüche wurde zur neuen westlichen Religion.
Nach dem Beweis, dass ein System ab einer gewissen Komplexität immer unentscheidbare Aussagen
(„Epimedes der Kreter sagt, alle Kreter lügen“) beinhaltet, wandte sich das
Gesellschaftsbewusstsein von der Komplexität und Mystik ab und begann von Vereinfachung zu träumen.
Im neuen Jahrtausend geht die Saat dieser Träume langsam auf. Anstelle ethischer Diskurse treten
moralische Kategorisierungen, anstelle demokratischer Vielfalt treten Puppenspiele, anstelle von
kreativem Schaffen Selektion von vorhandenem (von CastingShows
?
bis Retro).
Graffiti Puzzle versucht die Schönheit der Mystik, des Unlösbaren im
Spielerischen zu vermitteln. Die Gedanken bis zur vollendeten Klarheit zu verwirren. Als Ziel des
Spieles soll nicht vermittelt werden durch das Schwert des Verstandes den Gordischen Knoten der
Realität zu zerschlagen. Nicht das Heureka, der überwältigende Moment des Verständnisses ist
gefordert, sondern das „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Das Akzeptieren, dass von vielen Menschen
im Verlauf der Zeit geschaffenes wahrgenommen, bestaunt, bewundert werden kann, jedoch nie in
seiner Ganzheit verstanden. Viele Einzelteile mögen Assoziationen hervorrufen, das Gesamte uns
inspirieren oder in eine Stimmung versetzen, jedoch bleibt der Zugang holistisch, wie
reduktionistisch verwehrt. Graffiti als mystische Kunst.
Graffiti eignet sich dabei als ideale Technik, die Fortführung der Wandmalerei, die von den
Höhlenbildern über sakrale Fresken sich jahrtausendelang mit der Mystik auseinandergesetzt hat.
Graffiti als Teil der „Jugendkultur“, der Permanenz und Persistenz schafft, ein Statement das
gegenüber der gesamten Welt gesetzt wird, nicht nur im Schutz der Gruppe, der Szene.
Eine Kooperation mit rok2.
|